Tanz und Triebe Tour – 25.01.2019 MTC Köln

„Tanz für mich“ hieß es am 25.01.2019 im MTC in Köln, als Vogelfrey zur „Tanz und Triebe“-Tour einlud. Genau richtig, denn das Wetter schrie regelrecht danach, sich ein bisschen tanzend aufzuwärmen. Mit auf Tour sind Storm Seeker und Haggefugg, die ihr neues Album „Fass zum Teufel“ vorstellen.

Ein paar Tage vor dem Konzert wurde bekannt gegeben, dass sich der Konzertstart aufgrund des anschließenden Partyprogramms um eine halbe Stunde nach vorne verschieben würde. D.h. Einlass um 19 Uhr, Beginn um 19:30 Uhr. Um nicht irgendwas zu verpassen, waren die Fans deshalb pünktlich um 19 Uhr am MTC und versammelten sich vor dem Eingang. Doch die Tür öffnete sich nicht. Das war besonders ärgerlich, weil es dann auch zu schneien anfing und natürlich ein wenig kalt war. Eine halbe Stunde lang ließ man die Fans warten, erst um 19:30 Uhr begann der Einlass. Also zur eigentlich Startzeit des ersten Konzerts. Dies wurde dann um eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Soll heißen, auf den eigentlich schon zuvor vorgesehenen Startzeitpunkt.

Die erste Band des Abends erwartete die Gäste auch schon: Storm Seeker standen bereits auf der Bühne und nahmen letzte Vorbereitungen vor. Ihre Show selbst mussten sie allerdings von Beginn an etwas improvisieren: nämlich mit einem – nennen wir es mal einzigartigen akustischen Intro. Da konnten Storm Seeker selbst nicht ernst bleiben. Klamaukig ging es durch den gesamten Auftritt. Nicht nur bei den geplanten Ansagen, auch bei den ungeplanten: zwischendurch ging nämlich dann auch noch die Base Drum kaputt und Timo musste ein wenig Zeit überbrücken, bis wieder alles in Ordnung war. Ansonsten hinterließen die Jungs und Mädels einen sehr guten Eindruck und rissen das Publikum ordentlich mit. Ihr Set mussten Storm Seeker allerdings aufgrund der bereits beschriebenen Zeitverzögerung sowohl etwas einkürzen als auch zügig durchspielen und so endete ihr wirklich sehr guter Auftritt bereits nach 30 Minuten.

Für eine Viertelstunde dann herrschte extrem reges Treiben auf der Bühne: Storm Seeker bauten ab, während parallel Haggefugg aufbauten. Vor der Bühne wurde es merklich voller. Bei Storm Seeker waren bereits einige Fans im kleinen und engen Bühnenraum des MTC versammelt, es herrschte aber zumindest noch Platz um sich bewegen zu können. Das änderte sich bei Haggefugg: nun standen die Fans bis ganz dich an der Bühne heran. Das Besondere an diesem kleinen Club ist sicherlich die absolute Nähe der Bands zu den Fans. Das muss man als Besucher allerdings mögen, denn viel Bewegungsspielraum bleibt nicht mehr. Vor allem, wenn der ein oder andere rücksichtlose Fan anfängt zu pogen. Immer wieder kam es vor, dass pogenderweise von hinten geschubst wurde, so dass die Fans aus der ersten Reihe regelrecht auf die Bühne fielen. Und sich teilweise dabei weh taten, da die Bühnenkante nicht abgepolstert war oder dergleichen.

Für rücksichtslose, nicht mitdenkende Fans können die Bands aber nichts. Aber was sie können, ist eine mitreißende Show auf die Bretter bringen. Und genau das taten Haggefugg. Mit dem Schlachtruf „Wir sind Haggefugg und ihr seid haggevoll“ enterten sie die Bühne und ließen ihre Fans tanzen. Ob nun neuere oder ältere Songs, das Publikum konnte alles mitsingen und Sänger Gregor animierte immer wieder zu Höchstleistungen. Selbst ein Mitsingspiel in der advanced version, d.h. Melodieänderung je nach Armhebung, funktionierte einwandfrei. Zur Belohnung gab es dann auch noch eine Kostprobe des bandeigenen Mets. Leider mussten auch Haggefugg etwas zügig durch ihr Set durchspielen. Nach nur 60 Minuten endete auch dieses Konzert. Ein bisschen schade, denn es machte richtig Spass, die Jungs auf der Bühne zu erleben.

Doch nun wurde es Zeit, den Gastgeben selbst auf der Bühne zu erleben. Und Vogelfrey machte vom ersten Moment an deutlich, dass „Tanz und Triebe“ nicht eine hohle Phrase, sondern das eindeutige Motto dieser Tour ist: es wurde getanzt, es wurde gesungen, gefeiert und gejubelt. Nicht einen Moment lang konnte man still stehen, Jannik und seine Band trieben ihre Fans jede Sekunde aufs Neue an und ein Highlight jagte das nächste. Und sei es nun bei „Abschaum“, „Tanz für mich“ oder „Waffenbruder“, die Fans waren bei jedem einzelnen Song völlig bei der Band und unterstützen den Gesang stimmgewaltig. Zum Headbangen musste Jannik nicht mal großartig animieren, wo man auch hin sah flogen die Haare ganz von allein. Doch nicht nur diese Fanliebe brachte Vogelfrey zum Grinsen: auch die Aussicht, zweimal bei Wacken auftreten zu dürfen (bei den Winter Nights und „dem normalen Wacken“, wie Jannik sagte) und Subway to Sally bei der Eisheiligen Nacht begleiten zu können machte die Band sichtlich stolz (Johanna darf sogar dreimal bei Wacken auftreten). Und außerdem „gibt es Munkeleien, dass es dieses Jahr noch neue Songs geben könnte“ (Jannik), was die Fanherzen gleich noch höher schlagen ließ und den Jubel noch ein wenig verstärkte.

Leider – und das ist nicht nur so dahin geschrieben, sondern ernst gemeint – konnte ich aufgrund er Spielzeitverschiebung und meinem Bahn-Reiseplan nicht bis zum Ende bleiben, sondern musste das MTC etwa vier Songs vor Schluss verlassen. Es war ein denkwürdiger Abend: die Bands machten allesamt einen hervorragenden Eindruck, trotz der ein oder anderen technischen Herausforderung. Und das MTC? Nun ja, entweder man mag es oder eben nicht. Es ist nun mal sehr klein, man ist auf Tuchfühlung mit den Bands, muss die ein oder andere scharfe Kante vermeiden und sollte sich nicht an Wände anlehnen oder diese zuvor auf „verstaute“ Kaugummis zu untersuchen. Steht man in der ersten Reihe sollte man tunlichst Augen im Hinterkopf haben, um von pogenden Fans nicht all zu sehr überrascht zu werden und dann schmerzhaft auf die Bühne zu fallen. Überraschend war allerdings: trotz voller Bude und reichlich Nebel wurde es nicht stickig. Nichtsdestotrotz: für Storm Seeker, Haggefugg und Vogelfrey hat sich der Ausflug ins MTC gelohnt.

 

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