Le Rock – Schwarz Weiss

Im Jahr 2012 stand für Chris Le Rock fest, dass er bisher Erlebtes in Musik verpacken möchte. Schonungslos und ehrlich, sanft und hart zugleich. So wie das Leben in all seinen Facetten. Auf seinem Weg unterstützen ihn seit Anfang an Jack Dee Lance an den Vocals, Peter Diderich am Klavier und Sascha Paul an den Drums. Der Track „Borderline“ erschien bereits im November 2017 und erhielt durchweg positive Resonanz. So wurde am 13.07.2018 das Album Schwarz-Weiss veröffentlicht. Auf dem Album befinden sich zwölf Tracks, die mit deutschen Texten und frischem Alternative-Sound überzeugen.

Das Album wird mit dem gleichnamigen Titeltrack Schwarz Weiß“ eröffnet. Gitarrenriffs stimmen den ersten Track ein. Während der Strophen hält sich die Gitarre etwas zurück um dem kraftvollen Gesang von Frontmann Jack Raum zu geben. „Neues Feuer entfacht, das die Vergangenheit verbrennt. Sodass kein Grund entsteht ihr hinterher zu rennen.“ Erinnerungen bleiben wie Fotos in Schwarz-Weiss und die Zukunft erscheint bunt. Also schau nach vorne und hör auf der Vergangenheit nachzutrauern.

„Still“ ist -trotz des Tempos- ein eher ruhiger Track. Musik und Text ergänzen sich hier perfekt. Die Strophen werden von cleaner Gitarre und dezenten Drums begleitet. Manchmal ist man an einem Punkt wo man nicht mehr weiter weiß und in ein tiefes Loch fällt. Im Refrain werden die Instrumente etwas massiver. „Es ist still in mir, nichts regt sich mehr.“ Spätestens bei diesem Titel wird klar, dass die Texte tief aus dem Herzen stammen. Mit Blind“ findet sich ein sehr emotionaler Track auf dem Album. Menschen, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, liegen im Sterben. Die Strophen sind ruhig, so als wäre sie schon tot. Im Refrain kommen dann Schmerz und Wut zum Vorschein. Warum hat man nicht bemerkt, dass es den Menschen schlecht ging? Hätte man verhindern können, dass sie sich das Leben nehmen?

„Borderline“ wird von einer sanften Piano-Melodie eingeleitet. Schon bei den ersten Textzeilen jagt es einem einen kalten Schauer über den Rücken. „Du hast geliebt, du hast gehasst. Dich selbst besiegt und angepasst.“ Immer wieder bricht die Stimme des Sängers ab, so als zerbreche er vor Schmerz. Das Piano zieht sich durch den gesamten Song und wird zwischendurch mit verzerrtem Gitarrensound ergänzt. Dieser Track ist mit über sechs Minuten der längste des Albums. Deutlich härter geht es bei „Keine Freunde zu. Ein schonungslos ehrlicher Song über einen Menschen, den man auf den Tod nicht ausstehen kann. Hier wird mit allen Lügnern, Posern und Heuchlern abgerechnet. „Lass uns bitte keine Freunde bleiben.“ Die Melodie ist eingängig und der Refrain lädt zum mitgrölen ein. Hier sind auch die Gitarrensoli besonders herauszuheben.

„Was wir wollen“ ist wohl ein Lied über eine unglückliche Liebe. „Wir haben aufgehört zu lieben.“ Der Gesang klingt teilweise wie aus einem Megaphon. Der Song an sich ist relativ ruhig und die Instrumente fangen die verschiedenen Stimmungen des Tracks gut ein. Ruhige Zwischenparts mit einer cleanen Gitarre entschleunigen das Tempo des Songs zusätzlich. Liebeskummer lässt sich mit dem Track sicher verarbeiten.

Die Einleitung mit der verzerrten Gitarre bei Echo“ klingt futuristisch. Im Text findet man sich sicherlich wider. Jeder hat Momente in denen es einem die Luft abschnürt und man nicht mehr weiter weiß. Hier entscheidet sich der Sänger den ganzen Druck und die Last rauszuschreien. „Jetzt reicht‘s!“ Die instrumentalen Parts in den Strophen sind relativ ruhig. Im Refrain wird es etwas aggressiver. Ebenfalls mit verzerrter Gitarre wird Kinder eingeleitet. Der Gesang klingt voller Schmerz und man spürt das Mitgefühl für die Kinder, die nicht gehört werden. „Gebrochene Hände, gebrochene Knie. Es tut zwar weh. Doch Indianer weinen nie.“ Der Song wirkt textlich als auch musikalisch düster und im Hinterkopf prägt sich ein Kind ein, das möglicherweise vergewaltigt wurde.

„Foto“ wurde von Chris nach dem Tod seiner Mutter geschrieben. Dieser Track ist mit einer der ruhigsten des Albums. Ein langes Gitarrenintro leitet den Song ein. Traurigkeit und Trauer sind zu spüren. Bass und Schlagzeug halten sich bei diesem Track dezent im Hintergrund. Behalte geliebte Menschen stets in deiner Erinnerung. „Und Asche wird zu Staub. Was bleibt ist Schall und Rauch. Doch du fehlst hier. Bleibst nur ein Bild auf Papier.“

Die Frage, ob man nach dem Tod in Vergessenheit gerät wird beim Track Wie viele Male“ gestellt. Der Text regt zum Nachdenken an. Die verzerrte Gitarre gibt dem Song einen etwas dreckigen Sound. Dieser schwenkt jedoch bei den Strophen wieder in cleanen Sound um. Auch bei diesem Track wird erneut deutlich, dass Le Rock sich mit Themen auseinandersetzen, die jeden betreffen. Angst“ klingt nach hartem Rocksound. „Ich lebe tief in die verborgen und bin schon tausendmal für dich gestorben.“ Die Angst kriecht in dir hoch und lähmt dich. Die wiederkehrende Melodie machen den Track eingängig. Zwischendurch ertönt als Echo eine gruselig klingende Stimme die die Worte wiederholt.

Den Abschluss des Albums bildet der Track Hier und Dort“. Dieser wartet mit BASS-lastigen Sound auf. „Ich weiß nicht wer ich bin, ich weiß nur wer ich war.“ Auffällig sind die Tempowechsel innerhalb des Stückes. Zum Schluss bleibt nur noch die Frage, ob es Sinn macht den Sinn des Lebens zu suchen.

 

Fazit: „LE ROCK ist keine Band, LE ROCK ist eine Anlaufstelle für all diejenigen, die
sich nicht zu sagen trauen, was gesagt werden muss.“ Die Tracks sind allesamt sehr emotional und der Hörer findet sich sicherlich im einen oder anderen Text wider. Das Album ist sowohl musikalisch als auch textlich abwechslungsreich und komplex. Es lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen um alles zu erfassen. Es werden Themen angesprochen, die jeden beschäftigen und über die nicht jeder reden möchte.

 

Tracklist:
1. Schwarz Weiß
2. Still
3. Blind
4. Borderline
5. Keine Freunde
6. Was wir wollen
7. Echo
8. Kinder
9. Foto
10. Wie viele Male
11. Angst
12. Hier und Dort

 

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Quelle: offizielle Albuminfo von D7