Kelly Family am 28.12.2019 in der Westfalenhalle Dortmund

25 Jahre – OVER THE HUMP THE KELLY FAMILY gastierte gestern in der mit 10.000 Zuschauern besetzten Westfalenhalle in Dortmund live! Erinnerungen von einem Album, mit dem die Kellys von heute auf morgen von Straßenmusikern zu Megastars wurden. Dieses Album verkaufte sich über 3,5 Millionen Mal und ist damit das bisher erfolgreichste Album von THE KELLY FAMILY. Das Besondere an „Over The Hump“ ist, dass es die unbeschreibliche Magie der Family widerspiegelt, was auch auf der Bühne zu spüren war. Der Abend war geprägt von emotionalen Geschichten gepaart mit der gereiften Musikalität jedes Einzelnen.

Headbangen ist eigentlich kein Begriff, den man mit der Kelly Family in Verbindung bringt. Doch Joey Kelly rockte genauso los. Mit fliegendem, offenem Blondhaar im Glamrock-Anzug mit Siebziger-Schlaghose. „Why Why Why“ hieß der druckvolle Opener. Aber wie man es von den Kellys gewohnt ist, folgten rasch Balladen. Tatsächlich gab es prompt mit Patricia Kelly großes Gefühlskino, bei dem die Handy-Taschenlampen überall funkeln, bevor es wiederum poppig-folkig wurde.

Geboten wurden in schneller Folge ruhige Titel, Lovesongs und Gute-Laune-Nummern. Begleitet von einer siebenköpfigen Band, gaben sich die Kellys dabei quasi reihum für den Leadgesang das Mikrofon in die Hand.

Da war Jimmy Kelly, der gut frisierte, ernste, mit der Gitarre; da war Joey, der wilde Mann im Glitzeranzug, ein Extremsportler im Leben auch, der sich auf der Bühne gebärdete, als würde er längst an einer Zweitkarriere als Metal-Sänger basteln. Da war John, der lebhaft hin und her lief, dabei karierte Hosen in unterschiedlichen Farben spazieren führte, der sich zuletzt einen schimmernden Zylinder aufsetzte und Irving Berlins „White Christmas“ in eine flotte Rock‘ n Roll-Nummer verwandelte. Da war Kathy, die Älteste der Geschwister, die am Keyboard stand, meist ganz zurückhaltend agierte; da war Paul, der Zweitälteste, der die Familienband sehr früh verließ, um Koch zu werden, der erst 2005 zur Kelly Family zurückkehrte – er trat auf im Rock, trug eine Schiebermütze, zeigt ein Tänzchen. Da war Patricia, die sich einen Blumenkranz aufs Haar setzte, tanzte und sang, ganz voller Energie und Ausstrahlung. Und da war Angelo, der am 23. Dezember seinen 38 Geburtstag feierte und sich gestern oft ans Schlagzeug setzte, seine Geschwister begleitete und ein langes Solo spielte.

Die Kelly Family nahm das Publikum live mit auf eine Zeitreise quer durch mehreren Jahrzehnte Familiengeschichte. Nicht nur musikalisch. Zu „Cover The Road“ gab es viele Bilder aus dem privaten Fotoalbum im Großformat auf der Leinwand. Später wurde es dann noch richtig romantisch: Zu „Roses Of Red“ regnete es rote Herzen vom Hallenhimmel. Natürlich performte die Kelly Family auch die heiß ersehnte Ballade „An Angel“. Dabei herrschte wieder Taschenlampen-Alarm in der Arena.

Nach der Pause ging es schließlich weiter mit den Hits und dem ein oder anderen stimmungsvollen Weihnachtssong. Da durfte der Nachwuchs, namentlich Lilli und Luke Kelly, in dritter Generation mit Christmas-Zauber verzücken. Der Beifall für „Süßer die Glocken nie klingen“ war stürmisch.

Auftakt machte allerdings das hymnische „Over The Hump“, gesungen von Angelo, effektvoll unterstützt von gigantischen Konfetti-Kanonen. Überhaupt schöpfte die Bühnenshow aus dem Vollen mit gleich mehreren Video-Screens, Feuersäulen und immer wieder Konfetti in allen Formen und Farben.

18.5 km Kabel, 120qm² LED Fläche, 7 Trucks, ein 72 mannstarkes Tourneeteam, 2 Nightliner, 250000 Watt Lichtleistung, 25000 Watt Tonleistung, 41 Konzerte in 7 Ländern in 5 Monaten – das sind die Eckdaten, die diese einmalige Band mitbrachte.

Das Publikum war begeistert, es wurde lauthals mitgesungen, getanzt, gejubelt. Ein durchaus gelungener Abend

Stelist:

Why why why // Father’s nose // First Time // Baby Smile // Cover the road // She’s crazy // Ares Qui // Key to my heart // Roses of red // Once in a while // Break free // An Angel / The Wolf // Santa Maria // Ober the hump // Baila mi corazon // Never gonna Break me down // Fire // Star of the country down // El Camino // Dum solo // Sweet Freedom // Let my people go // Good Neighbor // White Christmas / Take my hand // I Can’t help myself // Fell in love with an Alien // We had a dream

 

Bericht und Fotos: Alexandra Kersten-Spengler