eXcubitors – IN AETERNUM

Am 25.05.2018 veröffentlichte eXcubitors nach drei Jahren, das von den Fans sehnsüchtig erwartete Studioalbum IN AETERNUM.

eXcubitors, das vom lateinischen übersetzt für „Wächter“ steht, setzen in ihren zwölf Tracks um, was sie beobachten und wahrnehmen. Die Marburger verarbeiten in ihren Songs, die vor Emotionen fast zu zerbersten scheinen, neben persönlichen Erkenntnissen und Beobachtungen, auch gesellschafts-politischen Themen, in deutscher und englischer Sprache. Das Album, das nun nach den drei Vorab-Singles „Proud Leaders“, „Unperson“ und „Einsamkeit“, die ersten Beiden in 2017 und „Einsamkeit“ in 2018 erschienen, ist die musikalische Fortsetzung und Vollendung.

Gegründet wurde eXcubitors, von den drei Brüdern, Sascha, Stephan und Thomas 4eck, im Jahre 2006. Thomas stieg aber aus Zeitgründen 2009 wieder aus. Seit 2016 ist eXcubitors aber wieder als Trio unterwegs, für Thomas kam der Berliner Musiker und Sänger Ronny Strehmann dazu, der neben Stephan die Hauptparts der Vocals übernimmt.

Jedes menschliche Leben beginnt mit der Geburt und so beginnt auch IN AETERUM mit dem Intro und dem düsteren und mystisch klingenden Titel „Birth“. Es geht genau so weiter, dunkel, düster und gefühlvoll, mit der Ballade „Warum“, die Verzweiflung und Bedrückung symbolisiert. Nach den ersten beiden Tracks, die die ganze Palette der Emotionen bei mir hervorgerufen haben, geht es weiter mit dem sanguinischen Titel „Run Away“, bei dem es jeden auf die Tanzfläche ziehen wird.

Der bereits als Single erschienene Titel „Einsamkeit“ vermittelt, was der Titel auch schon ankündigt. Ich höre pure Schwermut, an- und wehklagen, eine absolute Symbiose zwischen Sound und Text. Bei dem nächsten Titel „Vergebung“ gab es ein „Featuring“ mit dem Synth-Pop-Projekt Schwarzschild. Der eingängige Refrain und die „Spoken Words“, sind in lateinische Sprache, was den Titel zu etwas außergewöhnlichem macht. Fast minimalistisch finde ich den Titel „Demise“, der mich mit seinen eher trägen, tiefen Tönen und den wummernden Beats hin- und herreißt. Der nächste Song „Proud“ nimmt wieder Fahrt auf, die erste Singleauskopplung und auch die zweite Singleauskopplung „Unperson“ beeindrucken mich sehr, hier kommen die Stimmen von Ronny und Stephan beeindruckend zu Geltung. „Proud“ wirkt eher kühl und distanziert, wogegen bei „Unperson“ Sanftheit in der Stimme transportiert wird. Dramatik, aber auch Provokation wird durch den Text vermittelt und ich habe es spontan zu meinem Lieblingssong auserkoren.

Ohne eine Coverversion will uns auch eXcubitors ihr neues Album nicht präsentieren. Ich musste schon genau hinhören, dass ich den 80er Jahre Camouflage-Hit „The Great Commandment“, in dieser langsamen und spacigen Version erkennen konnte. Eine weitere Überraschung war für mich, dass „In Good Faith“ sich für den Titel „Es geht voran“ zu einer Zusammenarbeit mit eXcubitors ins Studio begeben hat. Dabei ist ein eingängiger und solider Song entstanden, der viel Zuversicht und Hoffnung verbreitet. In dem Titel „Leben“ sind es die „Spoken Words“, der sich dabei aber zeitgleich so wunderbar rockig anhört und so absolut meinen Geschmack trifft. Den könnte auch jede Band spielen, die im Genre Rock zuhause ist.

Den Abschluss macht der etwas kürzere Song „IN AETERUM“, der auch den Albumtitel trägt und der nochmal eindrucksvoll demonstriert, mit welch unheimlichen Stimmen Stephan und Ronny eine Verbindung zwischen Musik und Gesang herzustellen in der Lage sind.

Als ich den Text zum Album gelesen habe, dachte ich mir, die Drei wollen mit ihrem Album verdammt hoch hinaus. Jetzt am Ende des Albums muss ich gestehen, dass ich mit den Songs viel viel mehr bekommen habe, als ich mir erwartet habe. Musik und Text zeichnen tatsächlich Bilder, lassen Situationen im Kopf entstehen, holen mich ab, lassen mich fast hoffnungslos lauschen um mich im nächsten Moment wieder zuversichtlich und hoffnungsvoll wiederzufinden. Das Thema um den Verlust des Sohnes und all die damit verbunden Gefühle, man kann all das auf dem Album „IN AETERUM“ spüren und durchleben. Ein für mich unheimlich bewegendes und gelungenes Album, das jeder kaufen sollte, der dem Genre Dark Electro und Synthie Pop zugewandt ist.