AnnA Lux- Wunderland

Die drei Schweizer Musiker unter dem Namen AnnA Lux nehmen uns mit in ihr ganz eigenes Wunderland. Die Platte erscheint am 24.08.2018 und ist das Debut-Album der Band. Wer das Trio schon einmal live gesehen hat weiß, dass in dem Album ganz viel Gefühl und Herzblut stecken.  Zwölf Tracks in deutscher Sprache findet der Hörer auf dem Erstlingswerk.

Mit Zuhause wird man in die Welt von AnnA Lux mitgenommen. Ein Technobeat gepaart mit Drums treibt den Track voran und schon beim ersten Anhören kann man den Text des Refrains sofort mitsingen. Der Gesang von Anna geht direkt ins Herz. Die Stimme ist sehr angenehm.  „ Zuhause ist da, wo du dich so fühlst, wo du so sein kannst, wie du wirklich bist.“ Ein absolut tanzbarer Track. Mit Eifersucht hat Anna ein Experiment gewagt um herauszufinden, wie es sich anfühlt eifersüchtig zu sein. Der Track ist rocklastig. „Ich genieß dieses Gefühl das eigentlich nicht zu mir passt.“ In den Zwischenparts sind Piano und Streicher zu hören, welche kurz im Song innehalten lassen. Im Text wird aus der Ich-Perspektive erzählt und es wird deutlich wie Menschen denken und fühlen, wenn sie von Eifersucht geplagt sind.

Mit all den Egoisten und dem Müll in der Welt wir in  Spiel der Gier abgerechnet.  „ Ich habe mich da richtig ausgekotzt über all diesen Müll in der Welt.“, schreibt Anna. Wer glaubt, dass in jedem Menschen etwas Gutes steckt, der täuscht sich gewaltig. Durch die harten Drums wirkt der Track sehr wuchtig obwohl der Song allgemein eine langsamere Gangart aufweist. Die sphärischen Klänge wirken wie von einem anderen Stern. So als schaue jemand von oben auf unsere Erde herab. „Mutter Erde kalt und fahl.“  Uns wird schonungslos vor Augen geführt, was wir uns und der Erde antun.

Mädchen im Koma zeigt uns das innere kleine Kind, das manchmal hilflos ist und es keiner hört, obwohl es tief in uns schreit. Wir müssen aber im Alltag funktionieren und somit ist kein Platz für dieses Mädchen. Durch den Bass und die tiefen Beats wirkt der Track ziemlich düster. „Mädchen im Koma, niemand hört dich schreien. Mädchen im Koma, du bist so allein.“  Der Text ist ziemlich bedrückend und dennoch eingängig, sodass man den Refrain mitsingen kann. Mit Weisse Lichter hat es eine akustische Nummer auf das Album geschafft. Die Sterne am Himmel verbinden Menschen, die man aufgrund der großen Distanz viel zu selten sieht. Bei dem Tack kommt ein wenig Lagerfeuer-Romantik auf. „Braucht es keine großen Worte, du verstehst mich blind“  Der Track ist für alle Freunde, Liebenden, Familien.  Ein Lied zum Träumen, sich in den Armen liegen.

Durch Verbrannt verarbeitet Anna eine sehr persönliche Geschichte. Dies hat sich gelehrt dass man vergeben muss um frei zu sein. Ein Piano und Chorklang leitet den Track ein. Der Text bereitet ein komisches Gefühl im Magen. Man merkt wie persönlich dieser Titel ist und so kommen auch die entsprechenden Gefühle beim Hörer an. Elektrischer Sound und Streicher unterstreichen diese Gefühle.  „Ein Phoenix aus Asche, befreit sollst du sein.“ Sieben Fragen wird vermutlich als Radio-Hit durch die Decke gehen. Die Melodie geht sofort ins Ohr und es juckt in den Beinen. Ein moderner Beat gepaart mit Rockelementen. Die sieben Fragen hat sich sicher der ein oder andere schon mal gestellt, auch wenn sie noch so banal erscheint. „Die achte Frage wäre, wer ich wirklich für dich bin.“ Der Track ist mit 3:10 Minuten der kürzeste des Albums.

 

 

Das schmerzliche Gefühl, wenn eine Beziehung oder ein Freundschaft zu Bruch geht, wird Tanz durch die Nacht in verarbeitet. Plötzlich interessiert sich dein Gegenüber nicht mehr für dich. Aus den Augen, aus dem Sinn. Ein ziemlich beschissenes Gefühl, das jeder schon einmal erlebt hat. Schräge Elektrobeats unterstreichen die starke Stimme von Anna. „Und ich tanz durch die Nacht. Alles wird gut. Der Schmerz gehört zu mir und auch diese süße Wut.“ Tanz den Schmerz weg und vergiss die, die dich verlassen haben.

Ein Favorit der Band auf dem Album ist Festung. Das Mädchen im Koma wünscht sich, dass einer kommt und sie befreit. Der einen auf den sie schon lange wartet. Doch er wird nicht kommen und sie aus der Festung befreien. Oft verstecken wir uns hinter einer Mauer und wünschen uns, dass jemand kommt und uns befreit. Der Song ist wieder rockig. Trotz der Leichtigkeit der Instrumente hat der Track doch eine gewisse Schwere. Während der Strophen hört man Funksprüche. Bass und sphärischer Elektrosund dominieren den instrumentalen Part. „Lass mich nicht warten, mach dich bereit. Finde die Festung am Ende der Zeit.“ AnnA Lux rechnen bei Kleiner Mann mit allen Egoisten ab, die keine Rücksicht auf andere nehmen und Leben zerstören. Harte Beats in den Zwischenparts laden zum Headbangen ein. Im Refrain wird Verständnis für die Egoisten gezeigt. „Ich kann dich sehen, dich gut verstehen.“ Hier wirken die instrumentalen Parts ruhiger und sanfter. Das Verhalten wird jedoch keinesfalls entschuldigt. „Lauf kleiner Mann!“ klingt wie eine Warnung.

Den Titeltrack des Albums Wunderland finden wir an vorletzter Stelle des Albums. Das Mädchen im Koma wird erlöst und rettet sich selbst. Anna sitzt alleine am Klavier und spielt diesen Song. Ein rührender Song der zugleich Mut macht. Hier kommt noch einmal die gefühlvolle und starke Stimme zur Geltung, die hier ganz zerbrechlich wirkt. Im Refrain fügen sich Drums zum Klavier. „Ich gehe jetzt heim, bin nicht mehr allein. Nimmst mich an der Hand mit ins Wunderland.“ Anna ist ein großes, selbstständiges Mädchen und fordert auch deshalb den Applaus ein. Hier zeigt die Band noch einmal ihr ganzes Können. In den Strophen wirkt der Song schwer und gefühlgeladen. Dies löst sich jedoch in den Strophen auf. „Komm, ich forder dich heraus. Gib dir verdienten Applaus.“ Jeder sollte sich selbst auch mal applaudieren, für all das was er schon geschafft hat.

 

Tracklist:

  1. Zuhause
  2. Eifersucht
  3. Spiel der Gier
  4. Mädchen im Koma
  5. Weisse Lichter
  6. Verbrannt
  7. Sieben Fragen
  8. Tanz durch die Nacht
  9. Festung
  10. Kleiner Mann
  11. Wunderland
  12. Applaus

 

AnnA Lux auf Facebook

Release: 24.08.2018 bei NoCut

Quelle: Pressetext & Album  NoCut

 

Fazit: Die Mischung aus Dark-Rock und Pop geht direkt ins Ohr und trifft den Hörer mitten ins Herz. Jeder Track für sich ist besonders und das Erstlingswerk bildet ein stimmiges Gesamtbild. Das Album überzeugt auf ganzer Linie. Durch den Bezug zu eigenen Erlebnissen ist das Album authentisch und der Hörer kann sich mit den Tracks identifizieren. Auch live ist die Band absolut empfehlenswert. AnnA Lux touren ab September mit Megaherz durch die Lande. Einige Tracks des kommenden Albums konnten die Hörer auch bereits bei der letzten Megaherz-Tour live erleben.